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Yunnan Culture & Arts Center, Yunnan

2010
BIAD Beijing Institute of Architectural Design
ca. 70.000 m2
Oliver Kühn
Alexander Moritz
Tilman Richter von Senfft, Henning Hesse, Peter Irmscher

Der Entwurf des neuen YUNNAN CULTURE + ARTS CENTER integriert die Parameter, die vom benachbarten Neuen Museum Yunnans festgelegt wurden und entwickelt den Standort weiter zu einem echten Kulturforum mit einem mittig gelegenen Platz und drei umliegenden Häusern der Spitzenklasse.
Man gelangt über eine grüne, in Nord-Süd-Richtung ausgelegte Allee in den Standort und kommt in der „Plaza der Künste“ an, wo man günstig zu den Eingängen des Museums, der neuen Oper, sowie eines Erweiterungsbaus steht. Letzterer ist nach dem heutigen Stand Gegenstand künftiger Planung auf dem Standort.
Ebenso wie sich die bildende Kunst von der Opernmusik unterscheidet, so weisen auch die Häuser mit ihrer unterschiedlichen Anwendung ein unterschiedliches Äußeres auf. Wie drei kostbare Juwelen besteht unter ihnen jedoch ein freundschaftlicher Bezug, mit dem sie die Menschen zu ihren Darbietungen einladen.
Alle Parkplätze und Anlieferungseinrichtungen befinden sich einfach und sauber im Randbereich, um eine Beeinträchtigung der Qualität des Platzes zu vermeiden. Das Hauptmerkmal der Landschaftsplanung, die vom Museum ausgeht, wird vom neuen Entwurf übernommen und in ein umfassendes und einheitliches Konzept für den Rest des Standortes weiterentwickelt. Die Konstruktion des neuen Opernhauses ist auf drei Hauptziele gerichtet: Das Emotionale, die Funktionalität und die Wirtschaftlichkeit.
Der mit polierten Aluminium-Paneelen verkleidete Baukörper der Oper strahlt wie eine Skulptur aus Perlmutt im Sonnenlicht und steht als großes ikonisches Bauwerk neben der Autobahn, identitätsstiftend und einladend, die Besucher anziehend.
Von der Plaza aus gelangen diese über eine großzügig ausgelegte, mit glattem rotem Naturstein gepflasterte Rampe bis ins Gebäude, in ein großes Empfangsfoyer und dahinter in eine große Veranstaltungshalle. Verglaste kreisförmige Löcher in der Gebäudehülle leiten das gefilterte Sonnenlicht tief ins Gebäude hinein, wo das Licht auf dem polierten Steinboden reflektiert wird und so ein Muster wie weiße Seerosen auf einem Gartenteich schafft.
Das Gebäude ist funktional für optimierte Arbeitsabläufe, die die Öffentlichkeit nicht stören, strukturiert. Alle öffentlichen und Veranstaltungsbereiche sind im vorderen Teil angeordnet und öffnen auf die Plaza. Alle Funktions- und Arbeitsbereiche liegen dahinter, mit einfachem Zugang zur Umgehungsstraße. Die Büros für die Verwaltung sind in den oberen Etagen eingerichtet und bieten ein gutes Arbeitsklima.
Die Konstruktion der neuen Oper ist sehr sparsam: Sie basiert auf einem rationalen Betonkörper in konventioneller Bauweise. Die offenen Teile des Foyers und der Fassade sind aus Metall, alle vorgefertigt und wartungsleicht. Die Struktur schafft eine harmonische Beziehung mit dem benachbarten Museumsgebäude und ermöglicht dem künftigen, dritten Haus eine eigene Identität, ohne dabei das Gleichgewicht auf dem Standort preiszugeben. Wie drei Geschwister, verwandt doch unterschiedlich und je mit eigenem Charakteren, bilden die drei Gebäude, die optisch wie inhaltlich ein Bild der Exzellenz vermitteln, ein Kulturforum der Spitzenklasse.