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NS-Dokumentationszentrum, München

2008
Landeshauptstadt München
ca. 3.200 m2
Oliver Kühn
Alexander Moritz
Grit Neumann, Volker Kunst, Tilman Richter von Senfft

„ (...) Das Schwarz (...) ist äußerlich die klangloseste Farbe, auf welcher deswegen, jede andere Farbe (...) stärker und präziser klingt.“ Wassily Kandinsky

Eine klar umrissene Basis aus schwarzem Naturstein, in die der Sockel des ehemaligen sog. „Ehrentempels“ wie auch der Neubau an der Stelle des ehemaligen „Braunen Hauses“ integriert sind, definiert den Ort.
Der neue Baukörper für die Dauerausstellungen des NS-Dokumentationszentrums schwebt als schwarzer, stählerner Monolith über dieser Basis. Seine Zeichnung, seine unbehaglichen Kerbungen, das schwere Volumen und die Farbe stehen für die Auseinandersetzung mit der Geschichte dieses Ortes. Die spitzen Einschnitte in den schwarzen Stahl erscheinen wie ein korrosiver Prozess.
Das vollverglaste Erdgeschoss mit seiner fließenden Raumfolge schiebt sich zwischen das Lastende und das Tragende und unterbricht die Schwere des Ortes, macht ihn zugänglich und eröffnet den Besuchern diesen Spannungsraum.
Die massive Hülle des Baukörpers hebt sich vom Platz ab und beginnt sich aufzulösen. Sie ist nicht mehr undurchdringlich. Von außen wie von innen wird erlebbar, wie mehr und mehr Licht in die Dinge kommt, wie nach und nach eine breite Öffentlichkeit Einblicke in das erhält, was lange in dunklen Archiven verborgen blieb, nicht gesehen werden durfte und vielerorts auch nicht gesehen werden wollte.