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Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin

2004
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
ca. 20.500 m2
Oliver Kühn
Alexander Moritz
Marlene Schwabe

Das neue Ministerium baut auf der Tradition des Berliner Blocks auf und überträgt sie in die Gegenwart.
Mehrere Bausteine aus unterschiedlichen Epochen bilden diesen Block. Der Neubau greift all die heterogenen Faktoren auf, entwickelt daraus seine Form und bindet alles zu einem neuen Ganzen zusammen.
Das Gebäude vermittelt sich als kräftige Skulptur zwischen den unterschiedlichen Höhen aus der Umgebung und der Sichtachsen entlang der Straßen.
Zur Mitte hin kragen die Geschosse leicht aus und erzeugen eine subtile Spannung im Straßenraum.
Wie ein kristallener Körper strahlt das Gebäude unser Verständnis für Familie aus, aufbauend auf eine lange Geschichte läßt es neue Ausdrucksformen zu und spiegelt so eine Vielzahl an Interpretationen des Ererbten wider. Der kristalline Baukörper erhält eine preiswerte Glaselementfasade mit öffenbaren Elementen, über die sich wie ein feines Gewebe eine homogene Struktur aus großen und kleinen Metallringen zieht.
Im Aussenraum weckt die Fassade Interesse, macht neugierig und vermittelt durch seine immer gleichen Elemente Ruhe, Kontinuität und Beständigkeit.
Indem sie unendlich ist und alle möglichen Richtungen zulässt, erklärt sie uns die Gegenwart des generationellen Miteinanders.
Die Schicht aus Metallringen symbolisiert eine Struktur, deren Elemente ständig nach neuen Anschlüssen suchen, sich trennen, um anschliessend wieder neue Verbindungen einzugehen.
Die in Fassadenmodulen zusammengefassten Metallringe bilden zudem eine vielfältige, leuchtende Hülle, die Schutz gewährt und Entfaltung erlaubt. Ohne weiteren Sonnenschutz fällt das Tageslicht durch die Metallringe in die Büros- blendfrei und mit reizvollem Lichtspiel entfaltet es eine poetische Wirkung.
Der gesamte Komplex lässt sich mühelos in zwei Bauabschnitten realisieren, wobei bereits mit dem ersten Bauabschnitt der Stadtblock geschlossen wird. Die Höhenvorsprünge zwischen Alt- und Neubauten werden durch minimal geneigte Rampen in der Halle gelöst.
Entlang der Glinkastraße sind der Haupteingang und alle öffentlichen Funktionen angeordnet. Nach Südwesten liegt ein kleines Cafe, nach Nordwesten das Besucherzentrum.
Dazwischen liegt der Haupteingang, über den Mitarbeiter und Besucher kontrolliert in ein großzügiges Atrium, ein mehrgeschossiger und geometrisch einzigartiger Raum, der sich in die Höhe dynamisch erweitert, gehen können.
Hier können Empfänge, Ausstellungen und Interwiews stattfinden. Die Halle kann sich in die Innenhöfe öffnen, die Freiflächen können mit bespielt werden. Über zentrale Glasaufzüge am Anfang der Halle gelangen die Mitarbeiter in die Obergeschosse. Von hieraus bieten sich wie eine „Acht“ zwei ringförmige Wege, linksherum durch den ersten Bauabschnitt, rechtsherum durch den zweiten Bauabschnitt.
Die Büros sind als Landschaft konzipiert, großzügig, hell und abwechslungsreich.
Die Korridore entsprechen nicht dem „Behördenflur“ sondern sind Zonen für Kommunikation und Kooperation. Die Büros sind alle natürlich belüftet und belichtet, das 400 m²-Privileg wird eingehalten.
An der repräsentativen leicht überhöhten Nordwestecke liegen die Arbeitsräume der Ministerin und der Staatssekretäre.
Die Ministerin nutzt den Aufzug im Altbau Taubenstraße und gelangt auf kürzestem Wege in ihr Büro. Eine zusätzliche interne Treppe über die Etagen verbindet die Räume der Staatsekretäre auch fußläufig mit der Ministerebene. Im Dachgeschoß liegen die Konferenzräume, die aufgrund ihrer Aussicht und spannenden Dachgeometrie einen beeindruckenden Raumeindruck erwecken.
Die Freianlagen sehen zwei schöne Innenhöfe vor, deren Oberflächengestaltung das Motiv der Fassade invers wiederspiegelt. Ein Innenhof ist eher geschlossen, hier ist die Fahrzeugerschliessung von der Jägerstrasse aus organisiert, während der andere für die Nutzer offen steht und als Erweiterung für Empfänge oder für Pausen der Mitarbeiter und Besucher des Ministeriums dient.