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Nam June Paik Museum, Kyonggi

2003
The Kyonggi Cultural Foundation
ca. 5.000 m2
Oliver Kühn
Alexander Moritz
Marlene Schwabe

Für den berühmten koreanischen Konzeptkünstler Nam June Paik wurde ein neues Museumskonzept entwickelt, das seiner bewegten audiovisuellen Kunst einzigartige Räume schafft. Unhierarchisch, klar, und dynamisch offen wie öffentlich, ist seine Konzeption, die es den Besuchern erlaubt, sich von den „moving images“ treiben zu lassen, innen und außen eng miteinander verknüpft.
In Auseinandersetzung mit seiner Kunst wie auch dem besonderen Ort des Museums in einem von Wald umstandenen Tal, entwickelte sich die Vorstellung eines Museums als ein in sich ruhender und doch bewegter Körper, der in seinem Inneren unterschiedliche Wege anbietet. Einem „Flusskiesel“ gleicht der dynamisch ausgewogene Bau, der seinen Ort unverwechselbar besetzt.
Wie Nam June Paiks Werk steht seine Konstruktion für technologische Innovation. Die Außenhaut, teils transparent, teils transluzent oder opak aus dünnem Fiberglas, ermöglicht mittels neueste Technologie die Video-Werke des Künstlers in großem Maßstab schon den Ankommenden zu zeigen.
Seinen Mittelpunkt nimmt eine große Lobby, um die sich wie Satelliten die zwölf gleichberechtigten, flexiblen Abteilungen des Museums im freien Raumfluss gruppieren, ein. Positioniert auf rampengleichen Ebenen bietet sich den Besuchern ein freier Zugang zu den Arbeiten Nam June Paiks, dessen virtuelle Welten mit der realen Welt des Tals in einen kontinuierlichen Dialog gesetzt werden können. Das Museum bringt Spontanität, Raumfluss und Kontinuum zum Ausdruck, indem es weder Anfang noch Ende besitzt und somit auch Rationalität und Emotionalität höchst subtil verwebt.