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Zentrum für zeitgenössische Oper und Musik, Berlin

2004
Zeitgenössische Oper Berlin
ca. 5.800 m2
ca. 8 Mio. €
Swantje Kühn, Oliver Kühn
Oliver Bormann
Jan Blaurock, Henning Hesse

EIN HAUS WIE EIN INSTRUMENT

Anders als die zeitgenössische Kunst hat die zeitgenössische Musik noch keinen adäquaten Ort ihrer Inszenierung gefunden. Selbst neue Opern- und Musikhäuser folgen weiterhin klassischen Raumschemata, die den neuen Raumklängen der zeitgenössischen Musik kaum gerecht werden. Grund genug die Herausforderung zu suchen, mit Musikern, Komponisten, Intendanten, Tontechnikern und auch Fundraisern ein noch nicht erlebtes “Zentrum für Zeitgenössische Oper und Musik” am kontinentalen Schienenkreuz des neuen Berliner Hauptbahnhofs zu entwickeln. In intensivem Dialog mit den Protagonisten der zeitgenössischen Musik konzipiert, steht ein völlig neuer Saal im Mittelpunkt der räumlichen Inszenierung. Akustisch einzigartig erlaubt diese “Black Box” technisch höchst variabel, dass Ensemble und Zuschauer ihren Ort für den optimalen Raumklang völlig frei wählen können. Als neue “Raum in Raum”-Konstruktion ist sie in allen drei Dimensionen variabel erweiterbar oder verkleinerbar, wodurch jede gewünschte Aufführungspraxis möglich wird.
Umhüllt von einem Gebäude, welches sich als einladend offener “Klangkörper” in die Mitte Berlins einschreibt und Forschungslabore, Ausstellungsräume, eine Mediathek und Werkstattbühne für die zeitgenössische Musik umfasst, entsteht ein unverwechselbarer Ort neuen Stadterlebens. Einem kostbaren Instrument gleicht dieser “Klangkörper” mit seinen gefalteten Raumlandschaften, seinen öffentlichen Wegen über alle Ebenen hinweg und einer gläsernen Hülle, die sein komplexes Innenleben nach Außen kehrt und so die Schwellenängste gegenüber zeitgenössischer Musik entschieden reduziert.