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Television ARTE Noveau Siege, Strasbourg

1998
ARTE G.E.I.E.
ca. 30.000 m2
ca. 20 Mio. €
Georg Gewers
Rudy Ricciotti, Georges Heintz, Peter Sandhaus
Jens Plate, Caroline Wachsmann, Paul Gronemeyer

In der Mitte Europas, an der Schnittstelle zwischen Frankreich und Deutschland, liegt Straßburg, der Standort, an dem der europäische Einigungsprozess vollzogen wird. Das Gelände, auf dem sich das europäische Parlament, der Europarat und der Europäische Gerichtshof, sowie andere europäische Einrichtungen befinden, liegt malerisch im Rheintal des Elsaß. Bisher war der Sender ARTE in Straßburg und in Baden Baden angesiedelt, verteilt auf mehrere Immobilien und Mietflächen. Für den neuen Hauptsitz war die politisch lebendige und fruchtbare Umgebung ein Hauptargument in der Wahl des Grundstücks mit Blick auf die neuen Bauwerke des Europaparlaments.
Das Programm umfasst mehrere Studios, die dazugehörigen Services und Nutzräumen sowie den großen Bereich der Verwaltung und der Intendanz. Unsere Idee des Entwurfs zielt auf eine Spiegelung der Umgebung in Grundriss und Aufriss. Die Architektur wird sich somit als eigene, gebaute Landschaft präsentieren. Wir denken den Bau als sinnlich erlebbare Transformation einer deutsch-französischen Gegend und Partnerschaft.
Eingebettet in eine der reichsten Kulturlandschaften Europas ist das Gebäude als eigener landschaftlich geformter Kosmos aus einem klaren rechteckigen Baukörper heraus entwickelt. Ein „Tal“ in Gestalt der terrassenförmig angelegten Bürogeschosse zieht sich vom Eingangsbereich durch das Gebäude hindurch und bietet viele Ein- und Ausblicksmöglichkeiten für die Mitarbeiter, Gäste und Kreativen des Unternehmens.
Die verschiedenen Ebenen im Grundriss bewegen sich von der klaren rechteckigen Grundfläche hin zur freien emotionalen Form der letzten oberen Geschosse. Die resultierende Dynamik gibt dem Bau eine pulsierende Ausstrahlung. Unser gedanklicher Ansatz liegt in der Auseinandersetzung mit Abstraktionen von Form, Zeit und Kultur. Die Fassadengestaltung gleicht einem Ausstellungsregal, indem die einzelnen Nutzer die Räume mittels eigen ausgewählten, nach außen sichtbaren Sonnen- und Blendschutzvorhängen beleben. Das lebendige Patchwork von unterschiedlichen Stoffen, Materialien und Oberflächen kreiert eine individuelle Atmosphäre, einem wie zufällig bestückten Setzkasten gleich, die dem Gebäude Freiheit und eine spielerische Komponente gibt.
Die freien Terrassen werden mit den heimischen Weißweinsorten bepflanzt und können im Jahr ca. eine Menge von 500 Litern „arte“ Jahresproduktion erzeugen. Auch dies: eine Hommage an die Landschaft und den sinnlichen Anspruch des Projektes sowie der Architektur.