533 icon-400

FutureArtLab, Wien.

BundesImmobilienGesellschaft
ca. 9.000 m2
ca. 16 Mio. €
Oliver Kühn
Alexander Moritz
Antoine Laboureau, Sebastian Saure

Mit dem Neubau des Future Art Lab wird auf dem Campus der Universität für Musik und darstellende Kunst ein Schlußstein gesetzt. Als präzise geschnittenes Passstück, ohne Aufbauten und Drumherum, wird ein schimmernder, transluzenter Würfel in das bauliche Ensemble eingefügt, in dem alle Positionen des Flächen- und Funktionsprogramms sinnvoll vereint sind. Wie ein Instrument ist das Haus kein Selbstdarsteller, sondern in allen Details auf seinen Zweck hin definiert. Die Reduktion indessen verleiht dem Haus - wie einem Flügel - seine zeitlose Eleganz.
Als innere Funktionsfassade wird in stehenden Formaten eine transparente, hochwärmegedämmte 3-fach Isolierverglasung neben geschlossenen Massiv- Elementen gestellt, die auch den Schallschutz nach Außen übernehmen. Davor verläuft wie ein Vorhang eine transluzente Hülle aus weißen, gelochten und öffenbaren Metallkassetten, die den Sonnen- und Blendschutz erfüllen. Tagsüber unterstützt diese Hülle die räumliche Wirkung des Kubus, nachts lässt sie ihn glimmen und zu einem attraktiven Anziehungspunkt im Ensemble werden.
Studenten wie Besucher betreten das Gebäude von Norden her. Ein 2-geschossiger Windfang empfängt die Besucher und leitet an der Pforte und einer kleinen Lounge vorbei in eine lichte Halle, über die das Tageslicht bis tief in die Untergeschosse fluten kann. Links und rechts der Halle fällt der Blick auf markant in den Raum gestellte Freitreppenanlagen, durch die klar und übersichtlich alle Geschosse miteinander verknüpft sind. Aufzüge an Haupt- und Liefereingang erlauben die stufenlose Erschließung und den Lastentransport.
Die Halle, in der auch Empfänge und Ausstellungen stattfinden können, wird zum Mittler zwischen den nicht-öffentlichen Instituten und den großen Kino- und Konzertsälen, die auch der Öffentlichkeit dienen sollen. Kreuzungsfrei werden beide Personenströme voneinander getrennt, Synergien werden gefördert und ergänzende Nutzungen möglich. Flächenverteilung Die Untergeschosse sind den großen Volumen der auch öffentlichen Säle für Film und Fernsehen sowie Tasteninstrumente gewidmet, die durch die eher introvertierten Räume der Elektroakustik ergänzt werden. In dieser Logik wird auch das Erdgeschoss - ergänzt durch eine Lounge und Ausstellungsflächen - für Film und Fernsehen sowie die Elektroakustik genutzt. Das erste und zweite Obergeschoss werden ganz durch Film und Fernsehen genutzt, das 3. OG ist den Tasteninstrumenten gewidmet.
Hohe Aufenthaltsqualität bei niedrigstem Energieverbrauch ist wichtiges Entwurfsziel. Dazu erhalten alle Räume des kompakten Baukörpers einen direkten Bezug zum Tageslicht. Neben einem zentralen Atrium werden begrünte Lichthöfe in das Gebäude eingefügt, über die Licht und Luft auch in die Untergeschosse gelangt. Ihre Wände der Höfe werden als Gabionen gebaut, die sich mit der Zeit begrünen und wie ein mit Efeu bewachsener Hortus erscheinen.
Den Anforderungen der Akustik wird in Grundriss und Schnitt, aber auch durch Wandaufbau und Haustechnik entsprochen. Verstellbare Wandpaneele aus Holz und flexible Akustikkörper im Raum in Kombination mit geräuschloser Quell-Luft sorgen für optimale Klangentwicklung. Wirtschaftliche Bauweise In Massivbauweise und klarem Raster verspricht der kompakte Baukörper eine konventionelle und damit wirtschaftliche Bauweise. Der Baukasten der verwendeten Materialien ist minimiert. Stehen außen die transluzenten, weißen Metallkassetten ruhigen Glasfassaden gegenüber, so kontrastieren Innen heller Naturstein in den öffentlichen Zonen mit farbigen Wandflächen und Sichtbeton an Stützen und Decken. Holz in den Sälen und das Grün der Innenhöfe setzen einen weiteren Akzent. Die TA ist in einem Kellergeschoss gebündelt, die räumliche Nähe zu den Sälen mit ihrem größten Bedarf lässt minimale Schachtgrößen erwarten.