499 icon-400

Mobile Telemedicine Health-Care Units, Saudi-Arabien

2011
Charité Berlin, Health made in Germany, NEST
Oliver Kühn
Thomas Muncke
Joel Profe

In vielen Ländern sind große Teile der Bevölkerung noch ohne medizinische Versorgung.
Gleichzeitig erfordern Katastrophen und Massenevents immer wieder innerhalb kürzester Zeit mobile Krankenhäuser in ein Katastrophengebiet zu entsenden.
Durch Telemedizin und einem neuen Konzept für mobile Krankenhäuser wird es möglich, dort zu helfen, wo der Bedarf am größten ist: in der Wüste, in den Bergen, aber auch zur Haddsch, der islamischen Pilgerfahrt nach Mekka als religiösem Großereignis, das nur während bestimmter Tage im Jahr durchgeführt wird und die Infrastruktur der Region überlastet.
Ausgehend von räumlichen Grundmodulen, die per LKW befördert werden, über eine eigene Wasser- und Stromversorgung verfügen und über Funk mit zahlreichen Kliniken weltweit verbunden sind, ermöglicht das Konzept, dass Kinderkrankheiten oder Organbeschwerden, Augenerkrankungen oder Verletzungen behandelt werden, ohne dass es einer weiteren Infrastruktur bedarf.
Gekoppelt an eine Notfallaufnahme, Operationsmodule, Röntgeneinheiten und andere Sondermodule können aber nicht nur Krankenhäuser, sondern auch ganze „Krankenstädte“ gebildet werden, in der erfahrene Ärzte, Schwestern, Laboranten, Hebammen und Techniker die medizinische Grundversorgung einer Bevölkerung von vielen tausenden Menschen sicherstellen können.
Überspannt von einer im Raster entworfenen, leichten Zeltkonstruktion, die Hitze und Wind abhält und Schatten spendet, entsteht so eine Plattform, die in großflächigen Ländern und entlegenen Gebieten nicht nur die räumliche Trennung von Arzt und Patient oder Arzt und Facharzt zu überwinden hilft, sondern auch einen wirksamen Beitrag zur Verbesserung der Aus-, Fort- und Weiterbildung leisten kann.