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Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin

2010
Stadt Berlin
ca. 52.000 m2
Oliver Kühn
Alexander Moritz, Tilman Richter von Senfft
Sebastian Saure, Kerstin Köhler, Ania Pilarska, Annett Pietrzak

In der typologischen Vielfalt der Mitte Berlins entsteht mit dem Verwaltungsgebäude ein Neubau, der die vorhandenen baulichen Strukturen aufnimmt und durch einen neuen markanten Städtebau zu einem schlüssigen Ganzen zusammenführt.
Der Städtebau ist einfach und klar: In der typologischen Vielfalt der Mitte Berlins entsteht mit dem Verwaltungsgebäude ein Neubau, der die vorhandenen baulichen Strukturen aufnimmt und durch einen neuen markanten Städtebau zu einem schlüssigen Ganzen zusammenführt. Die stadträumliche Figur leitet sich aus dem Vorgefundenen her. Diese Systeme verschränken sich auf dem Grundstück und führen zu zwei eigenständigen Baukörpern: Das Verwaltungsgebäude und das Haus der Zukunft. Die Achse zwischen dem Neubau des Verwaltungsgebäudes und des Hauses der Zukunft weist auf das Kanzleramt und verknüpft das Baufeld so mit dem „Band des Bundes“.
Der Neubau des Verwaltungsgebäudes folgt den geschwungenen Konturen von Spree und Bahn sowie dem orthogonale System, das sich von den östlich benachbarten Gebäuden der Charité ableitet. Der im Grundsriss dreieckige Solitär des Hauses der Zukunft bildet das „Gelenk“ zwischen den städtebaulichen Strukturen Humboldthafen und Charité. Der grundsätzlich strenge städtebauliche Ansatz erhält bei der weiteren Durchgestaltung der Einzelbaukörper die gewünschte Leichtigkeit und Poesie, indem aus beiden Volumen Innenhöfe, Terrassen und Loggien herausgenommen werden.

Haus der Zukunft
Die drei Seiten des Gebäudes sind den wesentlichen Funktionen zugeordnet. Der Haupteingang liegt am Alexanderufer, die große Ausstellungshalle füllt die Mitte des Gebäudes und öffnet sich in den beiden unteren Geschossen zum Neubau des Ministeriums und dem zwischen liegenden langgestreckten Stadtplatz, der auch als Erweiterung des Ausstellungsgeländes dient. Die funktionalen Öffnungen für Anlieferung, Entsorgung, etc. sind zur Bahn hin angeordnet. Nach Süden zur Spree hin wird mit ganztägigem Sonnenbezug ein öffentliches Café geplant.

Vewaltungsgebäude des Bundes
Das neue Vewaltungsgebäude ist als ein konsequenter Baukörper, der als ein Bauabschnitt errichtet wird, jedoch programmgemäß in einen ersten und einen zweiten Nutzungsabschnitt unterteilt ist, entworfen.
Während der erste Nutzungsteil unmittelbar vom Ministerium bezogen und genutzt wird, ist für den Nutzungsabschnitt 2 eine vorübergehende Drittnutzung vorgesehen, die bis zum Einzug der übrigen Mitarbeiter des Ministeriums andauert.
Der Nutzungsabschnitt 1 weist eine große Loggia auf, die sich U-förmig um den südlichen der drei Höfe erstreckt. Den umlaufenden Büros wird so der Blick zur Spree ermöglicht. Der Nutzabschnitt 2 umschließt den nördlichen, grünen Innenhof. Zur Spree hin entsteht hier eine große Tor-Situation mit weitem Ausblick zur Spree und zu den benachbarten Bundesbauten. Unterhalb dieses Tores befindet sich die Protokoll-Vorfahrt, die über den Ministeraufzug direkt mit den Räumen der Ministerin und der Leitungsebene verbunden ist.
Zum Kapelleufer definiert der Baukörper den Straßenraum und schafft damit einen eindeutigen räumlichen Abschluss. Der Neubau des Verwaltungsgebäudes wird damit in die Abfolge der benachbarten Regierungsgebäude eingebunden. Der Haupteingang ins Ministerium liegt mittig am Kapelleufer. Er erschließt zwei Gebäudebereiche, die sich jeweils um die landschaftsgärtnerisch gestalteten Innenhöfe erstrecken. Durch ein Vordach gegen Wind und Wetter geschützt, betreten die Besucher den Haupteingang. Sie gelangen zunächst in die öffentliche Vorzone mit Wartebereich, Ausstellungsbereich und Pressezentrum. Durch die Sicherheitsschleusen gelangen sie weiter in den großzügigen, parallel zum Spreeverlauf geschwungenen Wandelgang, der im Erdgeschoss alle vier zentralen Erschließungskerne miteinander verbindet.
An diesem Gang, gegenüber des Haupteinganges, liegt der regen- und witterungsgeschützte „Agora“, das soziale Zentrum des Ministeriums. Hier ist der Ort, an dem man sich verabredet aber auch spontan zum Gespräch trifft. Alle „Non-Office“-Bereiche werden radial um dieses Atrium im Erdgeschoss angeordnet: Die Bibliothek, der „free-flow“- Bereich, das Betriebsrestaurant, die Cafeteria/das Bistro, das Konferenzzentrum und das Besucher- und Pressezentrum.