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Jean-Monnet 2 - Vewaltungsgebäude für die Europäische Kommission, Luxembourg

2010
Ministerium für Entwicklung und Infrastruktur, Luxembourg
ca. 210.000 m2
Oliver Kühn
Aldo Conti
Assaf Ruder, Kerstin Köhler, Thomas Muncke, Drazan Mateljak

In der typologisch heterogenen Stadtstruktur des Kirchbergs entsteht mit dem Bauvorhaben Jean-Monnet 2 ein neues kompaktes und urbanes Quartier für die Europäische Kommission in Luxemburg in zwei Bauabschnitten.
Zwischen Boulevard Konrad Adenauer und Rue Antoine de Saint-Exupéry nimmt eine Kammstruktur die Baufluchten des Kirchberg-Areals präzise auf und schafft einem klar gegliederten Baukörper. Über ein lineares Atrium als „Magistrale“ sind alle Arbeitsbereiche äußerst effizient erschlossenen und bieten den Raum für durchgehend gleichwertige, gut belichtete und natürlich belüftete Büros.
Stadtloggien und schön gestaltete Gärten rhythmisieren diesen kompakten Bau und bieten angenehme Ausblicke ins Grüne. Die individuell gestalteten Gärten schaffen wertvolle Angebote an die Mitarbeiter, zum Beispiel für ein Gespräch unter Kollegen oder eine Pause im Freien.
Besucher und Mitarbeiter betreten das Ensemble über eine quadratische, großzügige Platzsituation zwischen beiden Bauabschnitten, die Plaza Jean Monnet. Über dieser Plaza bildet ein transparentes Glasdach einen angenehmen wind- und wettergeschützten Außenraum. An seinen Rändern liegen öffentliche Nutzungen wie Läden, Cafés und Restaurants und lassen die Plaza rund um die Uhr zu einem belebten Treffpunkt werden.
Über eine großzügig verglaste, öffentliche Eingangshalle mit attraktiven Nutzungsangeboten gelangen die Mitarbeiter an drei Sicherheitspunkten vorbei durch eine Schleuse und weiter in ein lichtes Atrium, das als „Magistrale“ beide Hälften der Kammstruktur wie ein Rückrat miteinander verbindet.
Entlang der Magistrale sind gute einsehbar die Aufzüge in die Obergeschosse angeordnet. Die Orientierung ist klar und eindeutig. Alle Büros sind auf kürzestem Wege miteinander verbunden und weisen an jeder Stelle die gleiche hochwertige Aufenthaltsqualität auf.
Sondernutzungsbereiche, wie Bibliothek und Kantine, sind links und rechts der Magistrale angeordnet. Lichthöfe erlauben eine gute und gleichmäßige Belichtung mit Tageslicht und stellen einen direkten Bezug zum umgebenden Freiraum her. Die großflächige Struktur erstreckt sich auch in das erste Untergeschoss und erlaubt auch hier noch gut belichtete Bereiche mit Sichtbezug ins Freie.
Das Ensemble entspricht höchsten Anforderungen an die Nachhaltigkeit! Sowohl in seiner effizienten Struktur, aber auch im Betrieb über den gesamten Lebenszyklus betrachtet werden die BREEAM-Standards „excellent“ übererfüllt. Die vornehm zurückhaltende Fassade ist zeitlos elegant und dabei äußerst innovativ: Mit schlanken Werksteinlisenen, Kastenfenstern und Komfortflügeln erlaubt sie höchsten Nutzerkomfort. Hochwärmegedämmt und schallabsorbierend macht sie moderne Nanotechnologie selbstreinigend und lässt sie Stickstoff aus der Luft katalytisch binden. Die Fassade leistet somit auch einen aktiven Beitrag zur Verbesserung der Umwelt.